„Der Anfang steht in unserer Macht.
Über den Ausgang entscheidet das Schicksal.“

Zitat von Seneca

Künstliche Befruchtung –
Ihre Möglichkeiten in der Villa Kinderwunsch

Grundlagen der menschlichen Fortpflanzung

Zeugung und Schwangerschaft – was scheinbar so einfach funktioniert ist ein überaus feiner und hoch komplexer Vorgang.

Was geschieht im weiblichen Zyklus?

Hormone, die im Zwischenhirn (Hypothalamus) und der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) der Frau gebildet werden, bewirken, dass einmal im Monat in den Eierstöcken (Ovarien) der Frau eine befruchtungsfähige Eizelle heranreift.

Das vom Hypothalamus freigesetzte Hormon GnRH (Gonadotropin Releasing Hormon) wirkt stimulierend auf die Hypophyse. Die Hypophyse setzt daraufhin die Sexualhormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) frei. FSH und LH wirken dann auf die Eierstöcke ein:

  • FSH fördert in der ersten Zyklushälfte das Wachstum und die Entwicklung meist eines Eibläschens (Follikel), in dem die Eizelle heranreift.
  • LH bewirkt in der Zyklusmitte den Eisprung (Ovulation).
Produktion FSH LH
Erste Zyklushälfte

Erste Zyklushälfte (ca. 1.–14. Tag)

Unter dem Einfluss von FSH wächst ein Eibläschen heran, in dem vermehrt Östrogene gebildet werden. Diese Östrogene bauen die Gebärmutterschleimhaut auf, öffnen den Gebärmutterhals (Cervix) um einige Millimeter und sorgen dort für die nötige Schleimproduktion.

Zyklusmitte (ca. 14.–16. Tag)

Ein rascher LH-Anstieg, meist am 12.–14. Tag, löst am nächsten Tag den Eisprung (Ovulation) aus. Der Follikel platzt, die jetzt befruchtungsfähige Eizelle wird vom Fimbrientrichter des Eileiters (Tube) aufgenommen. Aus den Resten des zurückbleibenden Follikels entsteht der Gelbkörper (Corpus luteum), der das Gelbkörperhormon Progesteron herstellt. Progesteron bereitet die Schleimhaut der Gebärmutter auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor und ist verantwortlich für den Erhalt der Schwangerschaft.

Zyklusmitte
Befruchtung

Die Befruchtung

Befruchtungsfähige Samenzellen (Spermien) müssen zuerst durch die Schleimbarriere des Gebärmutterhalses, dann durch die Gebärmutterhöhle und schließlich durch einen Teil des Eileiters gelangen, bis eines der Spermien in die Eizelle eindringen kann. Mütterliche und väterliche Erbanlagen verschmelzen, die Zellteilung beginnt und ein neues menschliches Leben kann entstehen. Eigenbewegungen des Eileiters transportieren diesen frühen Embryo in die Gebärmutterhöhle (2.–5. Tag). Nach ca. 5 Tagen ist die Gebärmutter erreicht, und der Embryo nistet sich ein (6.–7. Tag).

Die Schwangerschaft beginnt.

Am 6.–7. Tag nach dem Eisprung und der Befruchtung

Der Embryo hat sich in der entsprechend vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut eingenistet. Er gibt Hormone (vor allem das Schwangerschaftshormon hCG) ab und signalisiert damit dem Eierstock (Ovar) die Einnistung (Implantation). Der Gelbkörper bleibt dadurch erhalten und bildet das Hormon Progesteron, das für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich ist.

nach Befruchtung

Die Kinderwunschbehandlung
-Die Behandlung besteht aus sieben Schritten-

Zunächst werden spezielle Untersuchungen eingeleitet, damit eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Weil die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit so vielfältig sind, nehmen die Untersuchungen, die immer bei beiden Partnern durchgeführt werden, Zeit in Anspruch. Nach genauer Abklärung der Ursache/n, wird ein individuell auf Ihre Diagnose abgestimmter Behandlungsplan ausgearbeitet. Diesen Plan, die Dauer der Behandlung und die einzelnen Behandlungsschritte bespricht Ihr behandelnder Arzt anschließend ausführlich mit Ihnen.

WAS GENAU VERSTEHT MAN UNTER KÜNSTLICHE BEFRUCHTUNG?

Heutzutage wird die „künstliche“ Befruchtung gerne durch den Begriff „assistierte“ Befruchtung ersetzt. Mit dieser neuen Begrifflichkeit soll deutlich gemacht werden, das mit den heut zu Tage gängigen Behandlungs- und Therapieverfahren das Paar lediglich unterstützt wird. Der eigentliche Befruchtungsvorgang, also das Verschmelzen der Eizelle und dem Samen, wird weiterhin ein natürlicher und auch sehr individueller Vorgang bleiben.

Erster Schritt

Förderung der Eizellreifung (ovarielle Stimulation)

Grundsätzlich lässt sich die Kinderwunschbehandlung natürlich auch auf Basis eines Spontanzyklus durchführen. Dennoch ist die hormonelle Stimulation der Eizellreifung sinnvoll. Warum? In einem natürlichen Zyklus reift normalerweise nur eine Eizelle heran. Dies bedeutet eine relativ geringe Chance für den Embryotransfer im Rahmen einer IVF oder ICSI. Durch die Stimulation erhöhen sich die Chancen, weil mehrere Follikel zum Wachstum angeregt werden mit dem Ziel, auch mehrere Eizellen zu gewinnen.

Zweiter Schritt

Kontrolle der Eizellreifung

Per Ultraschall wird zu Beginn der Behandlung untersucht, ob Eierstöcke und Gebärmutter für die nachfolgende Stimulationsbehandlung bereit sind. Die heranwachsenden Follikel werden während der Stimulationsbehandlung per Ultraschall kontrolliert. Wenn nötig, werden die Hormonspiegel im Blut gemessen. Auf diese Weise wird der günstigste Zeitpunkt zur Auslösung des Eisprungs und zur Gewinnung reifer, befruchtungsfähiger Eizellen bestimmt.

Dritter Schritt

Auslösen des Eisprungs

Der Eisprung wird durch eine hCG-Injektion ausgelöst, sobald Hormon- und Ultraschalluntersuchungen eine ausreichende Reifung der Follikel zeigen. Die Follikel werden nach 36 Stunden (durch Punktion) entnommen. Sollte es zu Störungen welcher Art auch immer kommen, wird die Behandlung zu Ihrer Sicherheit abgebrochen.

Vierter Schritt

Operativer Eingriff zur Eizellgewinnung (Ultraschallpunktion)

Die Follikel werden mithilfe der Ultraschalltechnik punktiert. Dabei entnimmt die Ärztin oder der Arzt mithilfe einer feinen Nadel Eizellen aus den gereiften Eibläschen. Um Ihnen diesen Eingriff zu erleichtern, wird er unter einer kurzen, leichten Narkose oder mit Hilfe von Schmerzmitteln/Beruhigungsmitteln durchgeführt. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt.

Fünfter Schritt

Samengewinnung und -aufbereitung

Samengewinnung – das sagt sich so leicht, und ist doch oft alles andere als einfach. Nur zu verständlich, wenn Ihnen dieser Schritt Kopfzerbrechen macht. Sprechen Sie das Thema einfach offen an. Sie allein entscheiden, wo Sie masturbieren wollen, ob zu Hause, ungestört in einem Raum des Kinderwunschzentrums oder im Hotelzimmer. Wichtig ist allerdings, dass Ihr Samen nach der Gewinnung möglichst bald und möglichst keimfrei dem Labor vorliegt. Die beweglichen Samenzellen werden durch spezielle Aufbereitungsmethoden konzentriert und von Prostatasekret befreit. Bei besonders eingeschränkten Spermabefunden sind andere Aufbereitungsverfahren möglich.

Sechster Schritt

Befruchtung der gewonnenen Eizellen und Heranwachsen der Embryonen

Das für die IVF-Behandlung gewonnene Sperma wird im Labor vorbereitet. Die beweglichen Spermien werden nach wenigen Stunden zu den Eizellen in die Kulturflüssigkeit gegeben. Ei- und Samenzellen verbleiben in einem Wärmeschrank bei 37°C. Nach einiger Zeit wird geprüft, ob es zu einer Befruchtung gekommen ist (Imprägnation). Wenn ja, kann die Übertragung des Embryos in die Gebärmutterhöhle vorgenommen werden.

Die ICSI-Methode entspricht in allen Schritten dem IVF-Verfahren – mit Ausnahme der Befruchtung.

Siebter Schritt

Übertragung des Embryos bzw. der Embryonen

Ist im Kulturmedium mindestens ein vitaler Embryo herangereift, wird dieser in einem dünnen, biegsamen Katheter mit einer winzigen Menge Kulturmedium aufgezogen und in die Gebärmutterhöhle übertragen. Diese Übertragung ist im Allgemeinen schmerzlos. In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Gebärmutter durch Fassen mit einem Instrument zu strecken, um auf diese Weise den Transferkatheter besser einführen zu können.

Texte und Abbildungen von der Firma MSD Sharp & Dohme GmbH.

Welche Verfahren von Künstlicher Befruchtung gibt es?

Haben Sie schon einmal von IUI, PICSI oder IVF gehört? Wenn nicht, dann erhalten Sie hier einen kurzen Überblick über die derzeit modernsten Verfahren von Künstlicher Befruchtung.

IUI (IntraUterine Insemination)

Die Frau erhält eine leichte hormonelle Stimulation, das Ejakulat des Mannes wird im Labor aufgearbeitet und anschließend mittels eines Katheters in den Uterus (Gebärmutter) injiziert.

IVF (In Vitro Fertilisation)

Die Frau wird stärker als bei der IUI hormonell stimuliert, die Eizellen unter Vollnarkose entnommen. Das Ejakulat des Mannes wird im Labor aufgearbeitet und anschließend mit der Eizelle der Frau in einer Petrischale zusammen gebracht, so dass die eigentliche Befruchtung fast auf natürlichem Wege erfolgt. Die befruchteten Zellen werden bis zu 5 Tage kultiviert, bevor 1 oder 2 Embryonen zurück auf die Mutter übertragen werden (Embryotransfer). Überzählige Embryonen werden kryokonserviert (eingefroren).

ICSI (IntraCytoplasmatische Spermien Injektion)

Hierbei handelt es sich generell um das gleiche Vorgehen, wie bei der IVF, nur das hier die Befruchtung unter dem Mikroskop erfolgt, indem einzelne Spermien mittels einer Glaskappilare in die Eizelle injiziert werden.

PICSI (Physiologische ICSI)

PICSi ist eine Variante von ICSI, bei der die Auswahl der Spermien mit zusätzlichen Hilfmitteln erfolgt.

Positive Einflüsse für eine Künstliche Befruchtung

Entspannungspausen machen

Bewegung (mäßig aber regelmäßig)

Wenig Stress

Kein Alkohol und Nikotin

Gesunder Lebensstil

Guter Schlaf

Gerne beraten wir Sie zu diesen Punkten und geben Ihnen Tipps zur richtigen Umsetzung.

Künstliche Befruchtung in der Villa Kinderwunsch

In der Villa Kinderwunsch verbinden wir das Beste der Schulmedizin mit dem Besten der ganzheitlichen Medizin, auf höchstem Niveau, in angenehmer, entspannter Atmosphäre, in ansprechender Umgebung.

Das heißt, bei uns wird auf den ganzen Menschen eingegangen, nicht nur auf die Symptomatik „Unfruchtbarkeit“. Wir betreuen die Patientinnen und Patienten auch z.B. bei der Umstellung ihrer Ernährung oder vermitteln ihnen psychologische Betreuung, die auch bei uns im Haus erfolgen kann. Bis hin zur Begleitung beim Abschluss des Kinderwunsches oder in einem Adoptionsverfahren, falls sich überhaupt keine Schwangerschaft einstellen will.

Wir beraten Sie gern persönlich weiter.